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  Buch


Das Schweigen der Soldaten

Weltweit ziehen Soldaten im Auftrag ihrer Regierung für politische Konfliktlösungen in den Krieg. Dies kostet Leben von Soldaten, unbeteiligten Zivilisten, und es werden viele Menschen an Leib und Seele verwundet.

Trotz schlimmster Einsatzerfahrungen hört man von Betroffenen nichts über das Erlebte. Das Schweigen der Soldaten nach dem Krieg ist, neben anderen Symptomen, die Antwort der Psyche auf die Kriegserlebnisse. Dieses Schweigen hat schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Betroffenen.


Symptome wie das Wiedererleben des Traumas, Vermeidung, Übererregung sowie negative Gedanken und Gefühle, die bei Konflikten nach Einsatzstress auftreten, werden als Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bezeichnet. Sie zeigen sich meist drei bis fünf Jahre nach dem Ende des aktiven Dienstes.

Posttraumatische Belastungsstörungen betreffen in unterschiedlicher Häufigkeit und Intensität viele Menschen. Diese Störungen werden durch bedrohliche Ereignisse von kurzer Zeitdauer, die von den Betroffenen nicht erwartet werden, ausgelöst. Zum Beispiel durch einen Verkehrsunfall, Gewalterfahrungen oder Naturkatastrophen.

In militärischen Einsätzen sind oft lebensbedrohliche Ereignisse über einen längeren Zeitraum an der Tagesordnung. Soldaten werden für den Umgang mit diesen Ereignissen ausgebildet und trainiert. Je länger ein Soldat außergewöhnlich belastenden Situationen ausgesetzt ist, desto intensiver können die posttraumatischen Belastungsstörungen ausfallen.

Belastungsstörungen nach Erleiden einer längeren Einsatzstressdauer werden als  komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) bezeichnet. Bei einer kPTBS erleidet der Betroffene zusätzlich zu den Symptomen einer PTBS Selbstbildstörungen, Beziehungsprobleme und extreme Stimmungsschwankungen.

Bei nicht wenigen Betroffenen treten zusätzlich moralische Verletzungen auf. Zum Beispiel durch Schuldgefühle nach der Tötung anderer Menschen oder wenn sich der Einsatz nachträglich als Unrecht erweist.

Alle posttraumatischen Belastungsstörungen sind normale Reaktionen normaler Menschen auf unnormale Ereignisse. Kriegserlebnisse sind unnormale Ereignisse und führen bei Betroffenen fast immer zu einem mehrjährigen Verlust jeglicher sozialen Interaktion.

Betroffene können dann nicht am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Die Verarbeitung der erlebten Ereignisse und der psychosoziale Leidensdruck machen sie handlungsunfähig und führen häufig zum Verlust des Arbeitsplatzes.

Staatliche Unterstützung und Hilfe erfahren Betroffene oftmals erst nach einem aufwendigen mehrjährigen Rechtsstreit.

 

Alternativer Text

Wir haben mit unseren Einsatzerfahrungen die Entstehung des Buches von Leah Wizelman unterstützt. Mehr erfahren bei unseren Vorträgen.

Derzeit dokumentieren wir für ein neues Buchprojekt die Erfahrungen ehemaliger Soldaten nach/mit Einsatzstress.

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